Der Moment zwischen den Atemzügen.
Die Ruhe, die du in dein Herz lässt, nachdem du einen steilen Berg erklommen hast.
Der Augenblick, in dem du angekommen bist und der nächste Weg noch nicht begonnen hat.
Die Zeit zwischen den Aktivitäten.
Der Moment, indem man die Verantwortungen für einen Augenblick schleifen lassen darf.
Das Chaturanga nach der ansträngenden Yogapose.
Wenn man den Körper entspannt, zwischen den Foto-Schüssen.
Ich sitze auf dem Balkon meines Hotels und habe einen Blick aufs Meer. Ich erlebe eine waschechte Auszeit. Eine längere, als die oben aufgezählten Momente. Und eine schöne, nach der wir uns oft im Alltag sehnen. Doch ich glaube, im Endeffekt sind die Auszeiten im Alltag doch wichtiger. Jene kleinen Momente und die Frage, wie und ob wir sie wahrnehmen.
Ich meine, versteht mich nicht falsch, ich bin die Letzte, die den Moment zwischen den Atemzügen gleichsetzt mit einem Urlaub, bei dem die einzige Sorge ist, wann man essen geht. Aber ich glaube, dass man im Alltag oft so sehr damit beschäftigt ist, von einem Ereignis zum Nächsten zu hetzen, dass man das Leben an sich, gar nicht mehr wahrnimmt. Sich nicht mehr fragt, ob das, was man gerade tut, auch wirklich dem eigenen Selbst entspricht, oder ob man es nur aus Gewohnheit und gesellschaftlicher Erwartung macht.
Aber vielleicht, wenn man ein bisschen bewusster den Moment zwischen den Terminen wahrnimmt. Ein bisschen mehr Leichtigkeit spürt, weil zwischen den Atemzügen eine Pause ist, in der man sich selbst wahrnehmen kann. Vielleicht spürt man dann Auszeiten auch im Alltag.