Eine Reise durch den Garten meiner Schwester

Wir stehen inmitten von bunten Blumen, Tomaten, Paprika, Kürbis, Bäumen, Zucchini und Kräutern. Wir sehen den Dingen zu.

Alles ist langsam. Braucht Zeit.

Nichts ist hier schnell.

Zuerst sieht man nur ein grünes Etwas. Es könnte genauso gut Unkraut sein. Dann zwängt sich langsam eine Knospe durch den Blätterwald. Sie geht auf und erblüht zu einer wunderschönen Blüte. Jetzt ist zum ersten Mal nicht mehr alles grün.

Langsam kommen auch die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Sie fliegen von Blüte zu Blüte und werden Tag für Tag nichts anderes machen. Bis der Herbst auch die Letzte Blüte verwelken lassen wird.

Wenn auf den Sträuchern die Blüte verwelkt, dann kommt die Frucht. Zuerst ist sie nur ganz klein. Ein grüner Ball im Blätterwald. Die kritische Zeit rückt heran. Denn auch wenn wir Menschen die dinge gerne wachsen lassen bis sie schön saftig und reif sind, so sehen das viele Schnecken, Käfer und Ameisen anders.

Mit Geduld probiert man viel aus was man wohl Hacks nennen würde. Doch als die letzte Melanzani Pflanze vertilgt ist und selbst der Rucola schon daran glauben muss, ist der Spaß vorbei. Enten müssen her! Und das schnell.

Nun kann man sich auf die Schönheit der Vielfalt im Garten konzentrieren. Denn wehrend die Pflanzen langsam reifen. Und die Blumen ihre bunte Pracht gegen Himmel recken, zieht so mancher Bewohner in den Garten ein.

Libellen lieben die Blumenwiese genauso, wie die, für die sie gedacht ist. Vögel bewohnen die Bäume und zwitschern ihr Lied zum Zirpen der Grillen.

Spinnen bauen ihre prachtvollen Häuser an allen Ecken, wo sie sich von den kreischenden Riesen sicher fühlen. Unzählige Käferarten krabbeln freudig herum wehrend auch die Wespen aus ihrem Bau gekrochen kommen.

Auch die Kleinen, auf die man oft vergisst fühlen sich pudelwohl. Die Mücken, Gelsen, Bremsen und Glühwürmchen.

Sogar die Nachbarskatze genießt die schattigen Plätzchen und Streicheleinheiten. Und obwohl sie ein bisschen Eifersüchtig auf die Enten ist bringt sie immer mal wieder ein Geschenk vorbei.

Und wenn dann die Zeit kommt, wo man die Früchte der Pflanzen ernten kann, weiß auch der Gaumen die ganze Mühe zu schätzen. Die Liebe, Geduld und Zeit schmeckt man in jedem Bissen.

Und auch wenn es von außen vielleicht aussieht, wie ein wildes durcheinander. Sitzen wir mittendrin unter dem Schatten des Baumes und genießen dieses kleine Paradies.

Und falls ihr nicht zufällig auch eine Schwester habt, bei der ihr dieses Paradies genießen könnt, dann macht euch doch einfach euer eigenes.

Mit Herz, Schweiß und ganz viel Geduld.

Einen schönen Tag wünscht dir

deine Liiss <3

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